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Köpenick: Altstadt, Schloss und der Hauptmann, dazu Berlins höchster Berg

Köpenick ist älter als Berlin, liegt auf Inseln zwischen Spree und Dahme und wurde 1906 durch einen falschen Hauptmann weltberühmt. Hier sind Schloss, Rathaus und eine wichtige Gedenkstätte mit Gehzeiten, dazu der Müggelturm auf Berlins höchstem natürlichen Berg.

Kieznah · Kieze · Lesezeit ca. 6 Minuten · Stand: Oktober 2026

4 Orte in diesem Artikel. Alle Orte auf der Kieznah-Karte

16. Oktober 1906 besetzte der Hauptmann von Köpenick das Rathaus

Täglich 9 bis 20 Uhr Ausstellung zum Hauptmann im Rathaus, laut Bezirksmuseum

114,7 Meter hoch ist der Große Müggelberg, die höchste natürliche Erhebung Berlins

Unter 18 frei im Kunstgewerbemuseum Schloss Köpenick

Eine Altstadt auf Inseln

Köpenick ist älter als Berlin und war bis 1920 eine eigene Stadt. Die Altstadt liegt auf einer Insel zwischen Spree und Dahme, das Schloss auf einer eigenen Insel daneben, und rundherum beginnen Wald und Wasser. Bekannt wurde Köpenick durch einen Streich: Am 16. Oktober 1906 besetzte der arbeitslose Schuster Wilhelm Voigt in einer Hauptmannsuniform vom Trödel das Rathaus, nahm den Bürgermeister fest und ließ sich die Stadtkasse aushändigen. Die Welt lachte, und die Geschichte wurde vielfach verfilmt und bearbeitet.

Wo man das heute sieht

01 Kunstgewerbemuseum Schloss Köpenick · Köpenick

vom S-Bahnhof Spindlersfeld zu Fuß etwa 13 Minuten

Das Barockschloss auf der Schlossinsel zeigt als Außenstelle des Kunstgewerbemuseums Raumkunst aus Renaissance, Barock und Rokoko. Laut Museumsportal ist im Winterhalbjahr bis 31. März donnerstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet, montags bis mittwochs geschlossen, der Eintritt kostet 8 Euro, ermäßigt 4 Euro, unter 18 Jahren frei. Vom Schlossgarten aus siehst du auf die Dahme.

02 Rathaus Köpenick und die Hauptmann-Ausstellung · Köpenick

vom Schloss Köpenick zu Fuß etwa 6 Minuten, vom S-Bahnhof Spindlersfeld etwa 14 Minuten

Im roten Backsteinrathaus von 1905 erzählt die Dauerausstellung des Bezirksmuseums, wie die Köpenickiade ablief, welche Rolle Uniform und Gehorsam im Kaiserreich spielten und wie Voigt sich danach selbst vermarktete, bevor er verarmt in Luxemburg starb. Laut Bezirksmuseum ist sie täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet, barrierefrei über den Hof in der Böttcherstraße 4.

03 Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche · Köpenick

vom S-Bahnhof Köpenick zu Fuß etwa 6 Minuten

Zur Geschichte Köpenicks gehört auch eines der frühen Verbrechen der NS-Zeit. Vom 21. bis 26. Juni 1933 verschleppten und misshandelten SA-Einheiten mehrere Hundert Menschen, Gegner des Regimes und Juden, mindestens 23 starben. Im früheren Gefängnis des Amtsgerichts an der Puchanstraße 12, wo die SA ihr Quartier hatte, erinnert eine Gedenkstätte an die Opfer. Laut Bezirksmuseum ist sie dienstags und donnerstags von 10 bis 18 Uhr und am Wochenende von 14 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.

04 Müggelturm und Müggelberge · Köpenick

laut visitBerlin mit dem Bus X69 bis zur Haltestelle Rübezahl, dann zu Fuß durch den Wald

Südlich des Müggelsees steigen die Müggelberge an, der Große Müggelberg ist mit 114,7 Metern die höchste natürliche Erhebung Berlins. Auf dem Müggelturm führen 126 Stufen auf rund 30 Meter Höhe, und laut berlin.de reicht der Blick bei gutem Wetter vom Müggelsee bis zum Alexanderplatz. Der Turm ist laut berlin.de von 10 bis 18 Uhr geöffnet, der Aufstieg kostet 6 Euro, ermäßigt 3 Euro.

Gut zu wissen

  • Der beste Tag: Donnerstag bis Sonntag, dann sind Schloss, Rathaus-Ausstellung und Gedenkstätte zugleich offen, am Wochenende die Gedenkstätte erst ab 14 Uhr.
  • Vom Wasser: Köpenick liegt an Spree, Dahme und Müggelsee, Schiffe und Fähren stehen in Berlin vom Wasser.
  • Fußball: Der 1. FC Union spielt im Stadion An der Alten Försterei in Köpenick, mehr in Berliner Vereine.
Geschichte und Öffnungszeiten von Rathaus-Ausstellung und Gedenkstätte laut Museen Treptow-Köpenick (berlin.de), Blutwoche laut Bezirksmuseum und Bundeszentrale für politische Bildung, Schloss laut Museumsportal Berlin, Müggelturm laut berlin.de und visitBerlin, Stand Oktober 2026. Gehzeiten aus OpenStreetMap-Daten. Keine bezahlten Erwähnungen.