Sport
Olympiastadion Berlin: Geschichte, Besichtigung und Spieltag
Kaum ein Ort in Berlin trägt so viel Geschichte wie das Olympiastadion: gebaut für die Spiele von 1936, Schauplatz eines WM-Finales, eines Champions-League-Finales und des EM-Finales 2024, Heimat von Hertha BSC. Man kann es an Spieltagen erleben oder an fast jedem anderen Tag besichtigen. Hier steht, was dich erwartet und wie du hinkommst.
Plätze rund 74.000, alle überdacht
Besichtigung ab 11 Euro, Kinder 6 bis 14 Jahre 6 Euro
Anfahrt S-Bahn Olympiastadion, dann 7 Minuten zu Fuß
Der Klassiker
Spieltag mit Hertha
Ein Heimspiel ist die einfachste Art, in Berlin Profifußball zu sehen, Karten gibt es meist im freien Verkauf.
Kieznah-Tipp
Gipfelstürmer-Tour
Mit Führung hinauf ins Stadiondach, 39 Meter über dem Rasen.
Die Geschichte
Das Stadion wurde von 1934 bis 1936 nach Plänen von Werner March für die Olympischen Spiele 1936 gebaut, die das NS-Regime als Propagandabühne nutzte. Gerade hier gewann der afroamerikanische Sprinter Jesse Owens vier Goldmedaillen. Von 2000 bis 2004 wurde das denkmalgeschützte Stadion für die Fußball-WM 2006 umgebaut und vollständig überdacht. Die blaue Laufbahn geht auf einen Wunsch von Hertha BSC zurück, dessen Vereinsfarbe sie aufnimmt.
Große Abende
- 2006: WM-Finale Italien gegen Frankreich, das Spiel mit Zidanes Kopfstoß.
- 2009: Bei der Leichtathletik-WM lief Usain Bolt hier die 100 Meter in 9,58 Sekunden, bis heute Weltrekord.
- 2015: Champions-League-Finale FC Barcelona gegen Juventus Turin.
- 2024: EM-Finale Spanien gegen England.
- Jedes Jahr: Seit 1985 findet hier das Finale des DFB-Pokals statt.
01 Besichtigung auf eigene Faust · Westend
vom S-Bahnhof Olympiastadion zu Fuß etwa 7 Minuten zum Besucherzentrum
Route in Google Maps · Offizielle Seite
Tickets gibt es im Besucherzentrum am Olympischen Platz 3 oder online. Laut Betreiber kostet der Eintritt 11 Euro, ermäßigt 8 Euro, Kinder von 6 bis 14 Jahren zahlen 6 Euro, Kinder unter 6 nichts, die Familienkarte für zwei Erwachsene und drei Kinder kostet 27 Euro. Für 4 Euro mehr gibt es einen Multimedia-Guide, mit dem die Runde durch Stadion und Olympiapark 75 bis 100 Minuten dauert. Geöffnet ist meist von 9 bis 19 Uhr, an Spiel- und Veranstaltungstagen gelten andere Zeiten, die tagesgenau beim Betreiber stehen.
02 Führungen · Westend
Der Betreiber bietet unter anderem eine einstündige Highlight-Tour an, eine zweistündige Premium-Tour mit dem historischen Olympiapark, eine 90-minütige Tour rund um Hertha BSC mit dem Vereinsgelände und die Gipfelstürmer-Tour hinauf ins Stadiondach. Vor Hertha-Heimspielen gibt es eine Spieltagsführung von 90 Minuten, die etwa eine halbe Stunde vor der Stadionöffnung endet, die Karte fürs Spiel ist nicht enthalten. Zeiten, Sprachen und Preise stehen auf der Seite des Stadions.
03 Spieltag · Westend
vom U-Bahnhof Olympia-Stadion (U2) zu Fuß etwa 15 Minuten
Hertha BSC spielt 2026/27 in der 2. Bundesliga, Karten gibt es beim Verein meist im freien Verkauf. Am 16. November 2026 spielt hier außerdem die deutsche Nationalmannschaft in der Nations League gegen die Niederlande. Von Anfang 2028 an trägt für rund eineinhalb Spielzeiten auch der 1. FC Union seine Heimspiele hier aus, solange die Alte Försterei ausgebaut wird. Mehr zu beiden Vereinen und dazu, wie du an Karten kommst, steht in Fußball in Berlin für Besucher.
Rund ums Stadion
Gleich nebenan liegt die Waldbühne, eine Freilichtbühne im Wald, auf der im Sommer Konzerte stattfinden. Den Glockenturm am Maifeld beschreibt berlin.de derzeit als geschlossen, frag vor dem Besuch nach. Wer die Gegend weiter erkunden will, findet in Ringbahn, Teil 4 den Funkturm und das Schloss Charlottenburg, beide gut mit der S-Bahn zu erreichen.