Ringbahn-Serie · Teil 4
Ringbahn, Teil 4: von Westkreuz bis Wedding
Im Westen und Norden fährt die Ringbahn durch Berlins Arbeitsseite: Messe, Hafen, Gewerbe. Dazwischen liegen ein hundert Jahre alter Funkturm, ein Barockschloss und ein ehemaliges Krematorium, in dem heute Konzerte stattfinden. Hier lohnt sich das Aussteigen gezielt.
Abschnitt Westkreuz bis Wedding, 7 Stationen
Richtung Im Uhrzeigersinn mit der S41
Gut für Türme, Schlösser und Industriegeschichte
Gehzeiten Gemessen auf Fußwegen von OpenStreetMap
Die Ringbahn-Serie
- Teil 1: alle 27 Stationen
- Teil 2: Ostkreuz bis Tempelhof
- Teil 3: Südkreuz bis Halensee
- Teil 4: Westkreuz bis Wedding
- Teil 5: Gesundbrunnen bis Frankfurter Allee
08 Westkreuz · Zum Umsteigen
Ein Kreuz aus Ringbahn und Stadtbahn. Hier lohnt sich der Umstieg in den Wald.
Grunewald und Teufelsberg
Mit der S7 eine Station bis Grunewald, von dort durch den Wald zum Teufelsberg mit der alten Abhörstation.
09 Messe Nord/ICC · Aussteigen lohnt
Zwei Wahrzeichen der Westberliner Architektur stehen hier nebeneinander.
vom Bahnhof zu Fuß etwa 8 Minuten
Funkturm
Der „Lange Lulatsch“ wurde am 3. September 1926 zur Funkausstellung eröffnet und ist mit Antenne rund 147 Meter hoch. Die Aussichtsplattform auf etwa 126 Metern ist seit März 2026 nach der Sanierung wieder offen, darunter liegt auf rund 55 Metern das Restaurant. Bei Sturm und Glätte bleibt die Plattform zu, Zeiten bei der Messe Berlin prüfen.
vom Bahnhof zu Fuß etwa 9 Minuten
Haus des Rundfunks
Gegenüber steht das Funkhaus von Hans Poelzig, eröffnet 1931 und eines der ältesten Rundfunkhäuser Europas. Der rbb bietet gelegentlich Führungen an, die Termine wechseln.
ICC
Das silberne Kongresszentrum direkt am Bahnhof ist seit 2014 geschlossen und sieht trotzdem aus wie ein gelandetes Raumschiff.
Der Klassiker
Der Fernsehturm
Lange Schlange, teures Ticket, Blick auf den Westen.
Kieznah-Tipp
Der Funkturm
Der ältere Bruder wurde 2026 hundert Jahre alt. Oben stehst du unter freiem Himmel und schaust über Messe, Grunewald und die ganze Stadt.
10 Westend · Aussteigen lohnt
Der bequemste Weg aus dem Ring zum Schloss Charlottenburg.
vom Bahnhof zu Fuß etwa 8 Minuten
Klausenerplatz
Ein Kiez aus sanierten Gründerzeithäusern mit kleinen Läden und Kneipen, der sich anfühlt wie eine Kleinstadt. Mehr im Kiez-Atlas.
vom Bahnhof zu Fuß etwa 10 Minuten
Schloss Charlottenburg
Ab 1695 entstand hier die Lietzenburg als Sommersitz für Sophie Charlotte, nach ihrem Tod 1705 bekam das Schloss ihren Namen. Hinter dem Schloss liegt einer der frühesten Barockgärten nach französischem Vorbild in Deutschland, ideal für einen langen Spaziergang bis zur Spree.
11 Jungfernheide · Zum Umsteigen
Umsteigen in die U7 und in Regionalzüge, mit zwei Zielen für Leute, die Zeit mitbringen.
vom Bahnhof zu Fuß etwa 27 Minuten
Wasserturm im Volkspark Jungfernheide
Der Volkspark ist mit rund 146 Hektar einer der größten Parks der Stadt. Sein Wahrzeichen ist der expressionistische Wasserturm aus Klinker von 1927, 38 Meter hoch, im Sommer mit Biergarten davor.
Siemensstadt
Mit der U7 drei Stationen bis Siemensdamm, dort beginnt die Großsiedlung Siemensstadt aus den Zwanziger- und frühen Dreißigerjahren, eine der Siedlungen der Berliner Moderne auf der UNESCO-Welterbeliste.
12 Beusselstraße · Zum Durchfahren
Am Rand von Moabit, vor allem Gewerbe und der Großmarkt. Hier fährst du am besten weiter.
13 Westhafen · Zum Umsteigen
Industriegeschichte zum Vorbeifahren.
Der Westhafen
Berlins größter Hafen ging 1923 in Betrieb und ist heute einer der wenigen, in denen noch Container, Schrott und Zement umgeschlagen werden. Die alten Speicher am Kanal siehst du am besten vom Zug aus. Hier steigst du in die U9 um.
14 Wedding · Aussteigen lohnt
Zwei Ziele, die zeigen, wie vielseitig Wedding ist.
vom Bahnhof zu Fuß etwa 7 Minuten
silent green Kulturquartier
Das Krematorium Wedding wurde 1912 eingeweiht und war bis 2002 in Betrieb. Nach Jahren des Leerstands ist daraus ein Kulturort geworden, in der Kuppelhalle finden Konzerte, Lesungen und Filmvorführungen statt. Rundherum liegt ein stiller Urnenfriedhof.
vom Bahnhof zu Fuß etwa 10 Minuten
Leopoldplatz
Auf dem Platz steht die Alte Nazarethkirche, eine der vier Vorstadtkirchen von Karl Friedrich Schinkel, 1835 geweiht. Davor findet ein Wochenmarkt statt. Mehr zum Kanalufer im Kiez-Atlas.