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Kieznah.

Abseits

12 weitere Orte in Berlin, die selbst Berliner kaum kennen

Nach unseren ersten 12 Orten abseits haben wir weitergesucht: ein Seziersaal aus dem 18. Jahrhundert, das Schloss, in dem Fidel Castro übernachtete, ein Fort, das nie einen Schuss abgab, und ein Friedhof, auf dem die Brüder Grimm liegen. Alles echte Berliner Orte, alle ein bisschen versteckt.

Kieznah · Abseits · Lesezeit ca. 8 Minuten · Stand: Oktober 2026

Der Klassiker

Schloss Charlottenburg

Prächtig und bekannt, an Wochenenden mit vielen Gruppen.

Kieznah-Tipp

Schloss Schönhausen in Pankow

Barock und DDR-Gästehaus in einem, dahinter ein stiller Park von Lenné, der nichts kostet. Mehr zum Park in Geheime Gärten.

01 Tieranatomisches Theater · Mitte

Mitten auf dem Campus Nord der Humboldt-Universität steht ein klassizistischer Bau von 1789/90, entworfen von Carl Gotthard Langhans, der auch das Brandenburger Tor baute. Hier wurden einst Tiere seziert, für die junge Tierarzneischule. Es gilt als Berlins ältestes erhaltenes akademisches Lehrgebäude. Heute zeigt die Universität hier Ausstellungen zwischen Wissenschaft und Kunst, der runde Hörsaal unter der Kuppel ist allein den Besuch wert. Eintritt frei, in der Regel dienstags bis samstags am Nachmittag, Philippstraße 12/13.

02 Schloss Schönhausen · Pankow

Jeder kennt Charlottenburg, kaum jemand das Schloss in Pankow. Dabei ist seine Geschichte einzigartig: Nach dem Krieg war es Amtssitz des DDR-Präsidenten Wilhelm Pieck, ab den 1960er Jahren bis 1990 das Gästehaus der DDR-Regierung. Hier übernachteten Staatsgäste wie Fidel Castro, Indira Gandhi und Michail Gorbatschow. Die Räume aus beiden Epochen, barock und DDR-schick, sind heute zu besichtigen, dazu ein Park mit alten Bäumen. Zeiten auf der Seite der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten prüfen.

03 Fort Hahneberg · Spandau

Ganz im Westen Spandaus liegt eine Festung aus den 1880er Jahren, die schon bei ihrer Fertigstellung veraltet war, weil neue Geschosse ihre Mauern wertlos machten. Sie wurde nie militärisch genutzt und ist heute ein verwunschenes Naturschutzgebiet, im Winter Quartier für Fledermäuse. Quentin Tarantino drehte hier 2008 Szenen für "Inglourious Basterds". Hinein kommst du nur mit Führung, am Wochenende im Sommerhalbjahr, Termine beim Verein auf forthahneberg.de.

04 Natur-Park Südgelände · Schöneberg

Ein alter Rangierbahnhof, auf dem die Natur Jahrzehnte Zeit hatte: Zwischen Birken und Gleisen stehen eine alte Dampflok und ein rund 50 Meter hoher Wasserturm, dazwischen Kunstwerke. Auf 4,2 Kilometern Wegen läufst du teils auf Stahlstegen über dem Waldboden. Der Eingang liegt direkt am S-Bahnhof Priesterweg, der Eintritt ist klein.

05 Buddhistisches Haus · Frohnau

In der Gartenstadt Frohnau am nördlichen Stadtrand ließ der Berliner Arzt Paul Dahlke, der auf Ceylon zum Buddhismus gefunden hatte, einen Tempel bauen, fertig 1924. Das Buddhistische Haus gilt als ältestes Theravada-Zentrum Europas. Über 73 Stufen geht es hinauf, Mönche leben hier bis heute. Besucher sind willkommen, der Eintritt ist frei. Mehr zu Frohnau im Kiez-Atlas.

06 Alter St.-Matthäus-Kirchhof · Schöneberg

Ein Friedhof als Ausflugsziel? Hier schon. Auf dem 1856 geweihten Kirchhof liegen die Brüder Grimm nebeneinander, ein paar Wege weiter der Sänger Rio Reiser, dessen Grab Fans bis heute schmücken. Im ehemaligen Gärtnerhaus am Eingang gibt es seit 2006 ein kleines Café mit Kuchen und Blumen. Ein stiller Ort mitten in Schöneberg, nicht weit von der Roten Insel.

07 Im Flakturm Humboldthain · Gesundbrunnen

Von außen ist der Flakturm im Humboldthain eine Aussichtsplattform, von innen ein Stück Kriegsgeschichte. Der Verein Berliner Unterwelten führt durch die Ruine, von April bis November, erst ab 18 Jahren. Drinnen ist es auch im Sommer kühl, also warme Kleidung und feste Schuhe mitbringen. Tickets vorher online, Treffpunkt beim Verein in der Brunnenstraße 105, gleich am Bahnhof Gesundbrunnen.

08 Liebermann-Villa am Wannsee · Wannsee

Das Sommerhaus des Malers Max Liebermann liegt direkt am Großen Wannsee, mit einem Garten, den er selbst gestaltet und immer wieder gemalt hat. Seit 2006 ist es ein Museum, der Garten ist öffentlich zugänglich, und im Café Max kannst du einkehren. Lässt sich gut mit einem Nachmittag auf der Pfaueninsel verbinden.

09 Zitadelle Spandau · Spandau

Eine der besterhaltenen Festungen der Renaissance in Europa, ein paar Schritte von den Gassen der Spandauer Altstadt. Mit Museen, Mauern und Wassergraben ist sie ein Ausflug für einen ganzen Tag. Fast jeden ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt frei, mehr dazu in Sonntag in Berlin und zur Altstadt im Kiez-Atlas.

10 Hufeisensiedlung · Britz

Eine Wohnsiedlung in Hufeisenform, gebaut in den 1920er Jahren von Bruno Taut, heute UNESCO-Welterbe. Rund um einen Teich stehen farbige Häuser, die damals zeigen sollten, dass auch einfache Leute licht und grün wohnen können. Ein Ort zum Staunen über Architektur, kein Ort zum Ausgehen, und genau deshalb so ruhig. Mehr im Kiez-Atlas.

11 Alt-Marzahn · Marzahn

Zwischen den Hochhäusern von Marzahn liegt ein alter Dorfanger mit Kirche und Bockwindmühle, als hätte jemand ein Dorf in die Plattenbausiedlung gesetzt (Kiez-Atlas). Ganz in der Nähe die Gärten der Welt mit Gärten aus mehreren Kulturen, im Frühling mit Kirschblüte, siehe Berlin im Frühling. Die Seilbahn darüber fährt übrigens nicht mit BVG-Ticket.

12 Bald wieder offen: der Spreepark · Plänterwald

Der alte Vergnügungspark im Plänterwald, zu DDR-Zeiten ein Publikumsmagnet und danach jahrzehntelang verwildert, soll im Frühjahr 2027 als Ort für Kunst, Kultur und Natur wieder öffnen, betrieben von der landeseigenen Grün Berlin. Das Riesenrad wurde überholt und soll sich dann wieder drehen. Bis dahin gibt es Führungen rund um das historische Eierhäuschen am Ufer. Wir berichten, sobald die Tore offen sind.

Unsere Auswahl, Bewertungen und Wege. Öffnungszeiten und Daten geprüft bei den Betreibern, der Humboldt-Universität, der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten und beim Land Berlin, Stand Oktober 2026. Keine bezahlten Erwähnungen. Zeiten können sich ändern, bitte vor dem Besuch prüfen.