Unterwegs
Carsharing, E-Scooter und Leihräder in Berlin: was es gibt und was es kostet
Bus und Bahn bringen dich in Berlin fast überall hin. Manchmal ist ein Auto, ein Roller oder ein Fahrrad aber einfach praktischer: mit Gepäck zum Flughafen, nachts von der Party nach Hause oder einen Nachmittag lang am Kanal entlang. Hier ist, was es gibt, ungefähr kostet und was du beachten solltest, damit aus der Fahrt kein Bußgeld wird.
Eine App für fast alles Jelbi von der BVG
Carsharing Miles ab 0,79 Euro pro Kilometer plus 1 Euro Freischalten
E-Scooter Bolt, Dott, Lime, Voi, ab 14 Jahren, nie auf dem Gehweg
Leihrad nextbike und Call a Bike per App, klassische Verleihe im Kiez
01 Jelbi: alles in einer App
Jeder Anbieter hat seine eigene App. Wer nicht fünf Apps installieren will, nimmt Jelbi, die Mobilitäts-App der BVG. Sie zeigt Bus und Bahn zusammen mit Leihautos, Rollern, Fahrrädern und Taxis, nach Angaben der BVG sind mehr als 90 Prozent aller Sharing-Fahrzeuge in Berlin darin eingebunden. An rund 400 Jelbi-Stationen in Berlin, Potsdam und Kleinmachnow stehen die Fahrzeuge gebündelt, oft direkt an U- und S-Bahnhöfen.
02 Carsharing: Miles und die anderen
Der größte Anbieter ohne feste Stationen ist Miles. Du findest ein Auto in der App, öffnest es per Handy und stellst es am Ende auf einem öffentlichen Parkplatz im Berliner Geschäftsgebiet ab, Parken kostet dort nichts. Abgerechnet wird nach Kilometern, laut Anbieter ab 0,79 Euro für Kleinwagen, ab 0,89 Euro für Kombis und SUVs und ab 1,09 Euro für Transporter und Premiumwagen, dazu 1 Euro fürs Freischalten. Tanken und Versicherung sind inklusive. Für längere Ausflüge gibt es Pakete, etwa ab 39,99 Euro für drei Stunden. Du brauchst einen Führerschein und ein Zahlungsmittel, die Anmeldung läuft in der App.
Daneben gibt es Free2move, ebenfalls ohne feste Stationen, und stationsbasierte Angebote wie Sixt share und Flinkster, bei denen du das Auto an einer Station abholst und wieder abgibst. Preise ändern sich oft, die aktuellen zeigt die jeweilige App vor der Buchung.
03 Mit Miles zum Flughafen
Am BER stehen die Miles-Autos auf dem Parkplatz P4 am Terminal 1. Dort fällt eine kleine zusätzliche Parkgebühr an, deren Höhe die App vor der Buchung anzeigt. So viel kostet die Fahrt ungefähr, gerechnet mit 0,79 bis 0,89 Euro pro Kilometer und 1 Euro Freischalten, ohne die Parkgebühr am Flughafen:
| Strecke | Kilometer | ungefähr |
|---|---|---|
| BER bis Ostkreuz | 23 | 19 bis 21 Euro |
| BER bis Alexanderplatz | 25 | 21 bis 24 Euro |
| BER bis Hauptbahnhof | 28 | 23 bis 26 Euro |
| BER bis Zoologischer Garten | 29 | 24 bis 27 Euro |
| BER bis Spandau | 38 | 31 bis 35 Euro |
Zum Vergleich: Ein Ticket für Berlin ABC kostet nur einen Bruchteil, und der FEX ist in 23 Minuten am Hauptbahnhof. Das Auto lohnt sich vor allem zu zweit oder zu dritt mit viel Gepäck, außerhalb des Berufsverkehrs. Alle Bahn- und Busverbindungen stehen in Vom BER in die Stadt.
Der Klassiker
Mit dem Auto durch Mitte
Stau, Baustellen und Parkplatzsuche. Für Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt bist du zu Fuß und mit der U-Bahn schneller.
Kieznah-Tipp
Mit dem Leihrad über das Tempelhofer Feld
Einmal über die alten Rollbahnen radeln, ohne Autos, ohne Ampeln, mit Blick auf das Flughafengebäude. Mehr in den 12 Orten abseits.
04 E-Scooter: praktisch, aber mit Regeln
In Berlin fahren Roller von Bolt, Dott (früher Tier), Lime und Voi, jeweils mit eigener App. Meist zahlst du eine Freischaltgebühr von bis zu 1 Euro und dann einen Minutenpreis, der je nach Anbieter und Angebot ungefähr zwischen 15 und 28 Cent liegt. Fahren darfst du ab 14 Jahren, allein und nur auf Radwegen oder der Straße, niemals auf dem Gehweg. Für Alkohol gelten dieselben Grenzen wie beim Autofahren.
Beim Abstellen wird es heikel: Wo es feste Abstellflächen für Roller gibt, musst du sie nutzen, im Umkreis von 100 Metern ist das Abstellen auf dem Gehweg verboten. Berlinweit gab es bis Ende März 2025 schon 492 solcher Flächen. Sonst stellst du den Roller parallel an den Bordstein und lässt mindestens 2,30 Meter Gehweg frei. In Parks wie dem Tiergarten oder dem Park am Gleisdreieck sind Roller nicht erlaubt, die Apps bremsen dort meist automatisch. Falsch abgestellte Roller können abgeschleppt werden, und das kann teuer werden.
05 Leihräder: die schönste Art, Berlin zu sehen
Berlin ist flach und hat viele Radwege, ideal für einen Tag auf zwei Rädern. Per App leihst du Räder bei nextbike, laut aktueller Preisübersicht 1,50 Euro pro 15 Minuten und höchstens 19 Euro am Tag, und bei Call a Bike der Deutschen Bahn, mit Stationen und einem flexiblen Gebiet in der Innenstadt. Wer ein Rad für mehrere Tage will, geht in einen klassischen Fahrradverleih im Kiez, dort kostet ein normales Rad je nach Laden ungefähr 10 bis 15 Euro am Tag, ein E-Bike ab etwa 25 Euro. Ideen für schöne Strecken findest du in unserer Ringbahn-Serie und im Kiez-Atlas.