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Kieznah.

Ringbahn-Serie · Teil 1

Die Ringbahn: was es an jeder Station zu sehen gibt

Die Ringbahn ist Berlins günstigste Stadtrundfahrt. In einer Stunde fährt sie einmal um die Innenstadt, vorbei an Hinterhöfen, Häfen, Plattenbauten und Villen. Wir sind die 27 Stationen durchgegangen und sagen dir bei jeder, was es dort zu sehen gibt, wo du umsteigen solltest und wo du ruhig sitzen bleiben kannst.

Kieznah · Ringbahn-Serie · Lesezeit ca. 9 Minuten · Stand: Oktober 2026

Linien S41 im Uhrzeigersinn, S42 gegen den Uhrzeigersinn

Eine Runde 27 Stationen, rund 37 Kilometer, etwa eine Stunde

Ticket AB reicht, für Zwischenstopps die 24-Stunden-Karte

Start An jeder Station, der Ring hat keine Endhaltestelle

So funktioniert der Ring

Wegen ihrer Form nennen die Berliner die Ringbahn den „Hundekopf“. Sie markiert die Grenze der Tarifzone A, alles innerhalb gilt als Innenstadt. Nach dem Mauerbau war der Ring zerrissen, erst seit 2002 fahren die Züge wieder ohne Unterbrechung im Kreis. Es gibt keine Endstation, du steigst einfach irgendwo ein. Für eine ganze Runde mit Zwischenstopps nimmst du die 24-Stunden-Karte, denn der Einzelfahrschein gilt nur zwei Stunden in eine Richtung und nicht für Rundfahrten, mehr in BVG verstehen.

Der Klassiker

Der Doppeldecker-Bus

Hop-on-hop-off durch Mitte, mit Kopfhörern und vielen anderen Touristen.

Kieznah-Tipp

Eine Runde Ring, acht Stopps

Mit der 24-Stunden-Karte an unseren Lieblingsstationen aussteigen: Treptower Park, Ostkreuz, Prenzlauer Allee, Schönhauser Allee, Gesundbrunnen, Westend, Heidelberger Platz und Tempelhof. So siehst du Berlin, wie es wirklich lebt.

Wir fahren die Stationen im Uhrzeigersinn ab, wie die S41, und starten am Südkreuz.

Süden und Südwesten

01 Südkreuz · Zum Umsteigen

Hier halten Fernzüge, und gleich nebenan ragt der alte Gasometer Schöneberg über dem EUREF-Campus auf. Mit der S2 oder S25 bist du in einer Station am Priesterweg und damit im Natur-Park Südgelände.

02 Schöneberg · Aussteigen lohnt

Zwischen den Gleisen liegt die Rote Insel, ein kleiner Kiez mit Cafés und Geschichte. In der heutigen Leberstraße wurde 1901 Marlene Dietrich geboren.

03 Innsbrucker Platz · Zum Umsteigen

Hier beginnt die U4, Berlins kürzeste U-Bahn-Linie. Eine Station weiter liegt das Rathaus Schöneberg, vor dem John F. Kennedy 1963 „Ich bin ein Berliner“ sagte.

04 Bundesplatz · Aussteigen lohnt

Hier beginnt der Volkspark Wilmersdorf, ein langes grünes Band nach Westen. Zu Fuß in Friedenau liegt der Friedhof Stubenrauchstraße mit den Gräbern von Marlene Dietrich, Helmut Newton und Ferruccio Busoni.

05 Heidelberger Platz · Aussteigen lohnt

Unten wartet einer der prächtigsten U-Bahnhöfe der Stadt mit gewölbter Halle, oben das Rheingauviertel. Am Rüdesheimer Platz schenkt im Sommer der Weinbrunnen aus, mehr in unserem Kiez-Spaziergang.

06 Hohenzollerndamm · Zum Durchfahren

Ruhige Wohngegend in Wilmersdorf. Schön zum Wohnen, für Besucher gibt es hier wenig zu entdecken.

07 Halensee · Aussteigen lohnt

Hier endet der Kurfürstendamm, und zwar deutlich ruhiger als am Breitscheidplatz. Wer vom Westende aus Richtung Osten bummelt, sieht den Ku'damm so, wie ihn Anwohner kennen.

Westen und Norden

08 Westkreuz · Zum Umsteigen

Ein Kreuz aus Ringbahn und Stadtbahn. Mit der S7 kommst du von hier in den Grunewald und zum Teufelsberg.

09 Messe Nord/ICC · Aussteigen lohnt

Der Funkturm, den die Berliner „Langer Lulatsch“ nennen, wurde am 3. September 2026 hundert Jahre alt und ist nach der Sanierung wieder für Besucher offen, Zeiten vorher prüfen. Daneben steht das silberne ICC, seit 2014 geschlossen und trotzdem ein Hingucker.

10 Westend · Aussteigen lohnt

Zehn Minuten zu Fuß liegt der Klausenerplatz-Kiez, dahinter Schloss Charlottenburg mit seinem Park und den Museen gegenüber.

11 Jungfernheide · Zum Umsteigen

Umsteigen in die U7 und in Regionalzüge. Gut 25 Minuten zu Fuß nördlich liegt der Volkspark Jungfernheide mit seinem Wasserturm, ein Park, in dem fast nur Anwohner spazieren.

12 Beusselstraße · Zum Durchfahren

Am Rand von Moabit, vor allem Gewerbe und der Großmarkt. Hier fährst du am besten weiter.

13 Westhafen · Zum Umsteigen

Berlins größter Hafen mit alten Speichern am Kanal, vom Zug aus gut zu sehen. Umsteigen in die U9.

14 Wedding · Aussteigen lohnt

Ein paar Minuten zu Fuß liegt das silent green Kulturquartier im ehemaligen Krematorium Wedding, heute ein Ort für Konzerte, Ausstellungen und Kino. Daneben ein Urnenfriedhof, still und grün.

Norden und Osten

15 Gesundbrunnen · Aussteigen lohnt

Direkt am Bahnhof liegt der Humboldthain mit dem Flakturm. Oben eine Aussichtsplattform, innen die Führungen der Berliner Unterwelten.

16 Schönhauser Allee · Aussteigen lohnt

Ein Stück die Straße hinunter liegt der Mauerpark mit dem Sonntagsflohmarkt und, in der warmen Jahreszeit, oft Karaoke im Amphitheater. Auf dem Weg die Gethsemanekirche, 1989 ein Ort der friedlichen Revolution.

17 Prenzlauer Allee · Aussteigen lohnt

Gleich neben dem Bahnhof steht das Zeiss-Großplanetarium unter seiner silbernen Kuppel, eröffnet 1987. Ein guter Plan für Regentage.

18 Greifswalder Straße · Aussteigen lohnt

Im Ernst-Thälmann-Park steht eines der größten Denkmäler der DDR, der riesige Bronzekopf Thälmanns. Weiter südlich beginnt das Bötzowviertel.

19 Landsberger Allee · Zum Umsteigen

Hier liegen Velodrom und Schwimmhalle im Europasportpark, beide halb in der Erde versenkt. Wer ein Rennen oder ein Konzert besucht, steigt hier aus.

20 Storkower Straße · Zum Durchfahren

Wohnhäuser und Gewerbe. Weiterfahren.

21 Frankfurter Allee · Zum Umsteigen

Umsteigen in die U5. Eine Station Richtung Osten, an der Magdalenenstraße, liegt das Stasimuseum in der früheren Zentrale der Staatssicherheit.

Osten und Süden

22 Ostkreuz · Aussteigen lohnt

Einer der größten Umsteigebahnhöfe der Stadt und ein guter Startpunkt: Rundherum liegen die Victoriastadt, die Rummelsburger Bucht und, etwas weiter, der Boxhagener Platz.

23 Treptower Park · Aussteigen lohnt

Vielleicht die schönste Station am Ring: Spreeufer, Ausflugsdampfer, das Sowjetische Ehrenmal und die Archenhold-Sternwarte mit der „Himmelskanone“, die als längstes bewegliches Linsenfernrohr der Welt gilt. Ganz in der Nähe öffnet 2027 der Spreepark wieder.

24 Sonnenallee · Aussteigen lohnt

Die Straße ist voller arabischer Bäckereien, Imbisse und Gemüseläden. Komm hungrig und lass dich treiben.

25 Neukölln · Aussteigen lohnt

Zehn Minuten zum Körnerpark, ein Stück weiter das Böhmische Dorf in Rixdorf mit Kopfsteinpflaster und Schmiede.

26 Hermannstraße · Aussteigen lohnt

Durch den Schillerkiez kommst du zu Fuß zum Eingang Herrfurthstraße des Tempelhofer Felds.

27 Tempelhof · Aussteigen lohnt

Ein Stück den Tempelhofer Damm hinauf liegt das alte Flughafengebäude. Im THF Tower gibt es eine Ausstellung und eine Dachterrasse mit Blick über das Feld, dazu Führungen durch das Gebäude. Zeiten auf thf-berlin.de prüfen.

Keine bezahlten Erwähnungen. Diese Seite ist der Auftakt unserer Ringbahn-Serie, in den Teilen 2 bis 5 gehen wir die vier Viertel des Rings mit Gehzeiten einzeln ab. Quellen: S-Bahn Berlin und VBB zu Linien und Tarif, berlin.de und visitBerlin zu den Sehenswürdigkeiten, Messe Berlin zum Funkturm, Stiftung Planetarium Berlin zur Archenhold-Sternwarte, Tempelhof Projekt zum THF Tower, silent green Kulturquartier, unser Kiez-Atlas. Zeiten können sich ändern, bitte vor dem Besuch prüfen. Stand: Oktober 2026.