Ringbahn-Serie · Teil 1
Die Ringbahn: was es an jeder Station zu sehen gibt
Die Ringbahn ist Berlins günstigste Stadtrundfahrt. In einer Stunde fährt sie einmal um die Innenstadt, vorbei an Hinterhöfen, Häfen, Plattenbauten und Villen. Wir sind die 27 Stationen durchgegangen und sagen dir bei jeder, was es dort zu sehen gibt, wo du umsteigen solltest und wo du ruhig sitzen bleiben kannst.
Linien S41 im Uhrzeigersinn, S42 gegen den Uhrzeigersinn
Eine Runde 27 Stationen, rund 37 Kilometer, etwa eine Stunde
Ticket AB reicht, für Zwischenstopps die 24-Stunden-Karte
Start An jeder Station, der Ring hat keine Endhaltestelle
Die Ringbahn-Serie
So funktioniert der Ring
Wegen ihrer Form nennen die Berliner die Ringbahn den „Hundekopf“. Sie markiert die Grenze der Tarifzone A, alles innerhalb gilt als Innenstadt. Nach dem Mauerbau war der Ring zerrissen, erst seit 2002 fahren die Züge wieder ohne Unterbrechung im Kreis. Es gibt keine Endstation, du steigst einfach irgendwo ein. Für eine ganze Runde mit Zwischenstopps nimmst du die 24-Stunden-Karte, denn der Einzelfahrschein gilt nur zwei Stunden in eine Richtung und nicht für Rundfahrten, mehr in BVG verstehen.
Der Klassiker
Der Doppeldecker-Bus
Hop-on-hop-off durch Mitte, mit Kopfhörern und vielen anderen Touristen.
Kieznah-Tipp
Eine Runde Ring, acht Stopps
Mit der 24-Stunden-Karte an unseren Lieblingsstationen aussteigen: Treptower Park, Ostkreuz, Prenzlauer Allee, Schönhauser Allee, Gesundbrunnen, Westend, Heidelberger Platz und Tempelhof. So siehst du Berlin, wie es wirklich lebt.
Wir fahren die Stationen im Uhrzeigersinn ab, wie die S41, und starten am Südkreuz.
Süden und Südwesten
01 Südkreuz · Zum Umsteigen
Hier halten Fernzüge, und gleich nebenan ragt der alte Gasometer Schöneberg über dem EUREF-Campus auf. Mit der S2 oder S25 bist du in einer Station am Priesterweg und damit im Natur-Park Südgelände.
02 Schöneberg · Aussteigen lohnt
Zwischen den Gleisen liegt die Rote Insel, ein kleiner Kiez mit Cafés und Geschichte. In der heutigen Leberstraße wurde 1901 Marlene Dietrich geboren.
03 Innsbrucker Platz · Zum Umsteigen
Hier beginnt die U4, Berlins kürzeste U-Bahn-Linie. Eine Station weiter liegt das Rathaus Schöneberg, vor dem John F. Kennedy 1963 „Ich bin ein Berliner“ sagte.
04 Bundesplatz · Aussteigen lohnt
Hier beginnt der Volkspark Wilmersdorf, ein langes grünes Band nach Westen. Zu Fuß in Friedenau liegt der Friedhof Stubenrauchstraße mit den Gräbern von Marlene Dietrich, Helmut Newton und Ferruccio Busoni.
05 Heidelberger Platz · Aussteigen lohnt
Unten wartet einer der prächtigsten U-Bahnhöfe der Stadt mit gewölbter Halle, oben das Rheingauviertel. Am Rüdesheimer Platz schenkt im Sommer der Weinbrunnen aus, mehr in unserem Kiez-Spaziergang.
06 Hohenzollerndamm · Zum Durchfahren
Ruhige Wohngegend in Wilmersdorf. Schön zum Wohnen, für Besucher gibt es hier wenig zu entdecken.
07 Halensee · Aussteigen lohnt
Hier endet der Kurfürstendamm, und zwar deutlich ruhiger als am Breitscheidplatz. Wer vom Westende aus Richtung Osten bummelt, sieht den Ku'damm so, wie ihn Anwohner kennen.
Westen und Norden
08 Westkreuz · Zum Umsteigen
Ein Kreuz aus Ringbahn und Stadtbahn. Mit der S7 kommst du von hier in den Grunewald und zum Teufelsberg.
09 Messe Nord/ICC · Aussteigen lohnt
Der Funkturm, den die Berliner „Langer Lulatsch“ nennen, wurde am 3. September 2026 hundert Jahre alt und ist nach der Sanierung wieder für Besucher offen, Zeiten vorher prüfen. Daneben steht das silberne ICC, seit 2014 geschlossen und trotzdem ein Hingucker.
10 Westend · Aussteigen lohnt
Zehn Minuten zu Fuß liegt der Klausenerplatz-Kiez, dahinter Schloss Charlottenburg mit seinem Park und den Museen gegenüber.
11 Jungfernheide · Zum Umsteigen
Umsteigen in die U7 und in Regionalzüge. Gut 25 Minuten zu Fuß nördlich liegt der Volkspark Jungfernheide mit seinem Wasserturm, ein Park, in dem fast nur Anwohner spazieren.
12 Beusselstraße · Zum Durchfahren
Am Rand von Moabit, vor allem Gewerbe und der Großmarkt. Hier fährst du am besten weiter.
13 Westhafen · Zum Umsteigen
Berlins größter Hafen mit alten Speichern am Kanal, vom Zug aus gut zu sehen. Umsteigen in die U9.
14 Wedding · Aussteigen lohnt
Ein paar Minuten zu Fuß liegt das silent green Kulturquartier im ehemaligen Krematorium Wedding, heute ein Ort für Konzerte, Ausstellungen und Kino. Daneben ein Urnenfriedhof, still und grün.
Norden und Osten
15 Gesundbrunnen · Aussteigen lohnt
Direkt am Bahnhof liegt der Humboldthain mit dem Flakturm. Oben eine Aussichtsplattform, innen die Führungen der Berliner Unterwelten.
16 Schönhauser Allee · Aussteigen lohnt
Ein Stück die Straße hinunter liegt der Mauerpark mit dem Sonntagsflohmarkt und, in der warmen Jahreszeit, oft Karaoke im Amphitheater. Auf dem Weg die Gethsemanekirche, 1989 ein Ort der friedlichen Revolution.
17 Prenzlauer Allee · Aussteigen lohnt
Gleich neben dem Bahnhof steht das Zeiss-Großplanetarium unter seiner silbernen Kuppel, eröffnet 1987. Ein guter Plan für Regentage.
18 Greifswalder Straße · Aussteigen lohnt
Im Ernst-Thälmann-Park steht eines der größten Denkmäler der DDR, der riesige Bronzekopf Thälmanns. Weiter südlich beginnt das Bötzowviertel.
19 Landsberger Allee · Zum Umsteigen
Hier liegen Velodrom und Schwimmhalle im Europasportpark, beide halb in der Erde versenkt. Wer ein Rennen oder ein Konzert besucht, steigt hier aus.
20 Storkower Straße · Zum Durchfahren
Wohnhäuser und Gewerbe. Weiterfahren.
21 Frankfurter Allee · Zum Umsteigen
Umsteigen in die U5. Eine Station Richtung Osten, an der Magdalenenstraße, liegt das Stasimuseum in der früheren Zentrale der Staatssicherheit.
Osten und Süden
22 Ostkreuz · Aussteigen lohnt
Einer der größten Umsteigebahnhöfe der Stadt und ein guter Startpunkt: Rundherum liegen die Victoriastadt, die Rummelsburger Bucht und, etwas weiter, der Boxhagener Platz.
23 Treptower Park · Aussteigen lohnt
Vielleicht die schönste Station am Ring: Spreeufer, Ausflugsdampfer, das Sowjetische Ehrenmal und die Archenhold-Sternwarte mit der „Himmelskanone“, die als längstes bewegliches Linsenfernrohr der Welt gilt. Ganz in der Nähe öffnet 2027 der Spreepark wieder.
24 Sonnenallee · Aussteigen lohnt
Die Straße ist voller arabischer Bäckereien, Imbisse und Gemüseläden. Komm hungrig und lass dich treiben.
25 Neukölln · Aussteigen lohnt
Zehn Minuten zum Körnerpark, ein Stück weiter das Böhmische Dorf in Rixdorf mit Kopfsteinpflaster und Schmiede.
26 Hermannstraße · Aussteigen lohnt
Durch den Schillerkiez kommst du zu Fuß zum Eingang Herrfurthstraße des Tempelhofer Felds.
27 Tempelhof · Aussteigen lohnt
Ein Stück den Tempelhofer Damm hinauf liegt das alte Flughafengebäude. Im THF Tower gibt es eine Ausstellung und eine Dachterrasse mit Blick über das Feld, dazu Führungen durch das Gebäude. Zeiten auf thf-berlin.de prüfen.