Made in Berlin
Made in Berlin: Mitbringsel statt Magnete
Der Bär auf dem Kühlschrankmagneten kommt selten aus Berlin. Dabei wird in dieser Stadt seit Jahrhunderten gebacken, destilliert und gebrannt, Kuchen, Likör und Porzellan. Hier sind Dinge, die man mit gutem Gewissen verschenkt, und die Geschichten, die man beim Verschenken erzählen kann.
Der Klassiker
Magnet, Ampelmann-Tasse, Mauerstück
Gibt es an jeder Ecke in Mitte. Wo es gemacht wurde, steht selten drauf.
Kieznah-Tipp
Etwas, das hier gemacht wird
Kuchen aus einer Konditorei von 1852, Likör aus Kreuzberg, Porzellan mit dem blauen Zepter.
01 Baumkuchen von Buchwald · Moabit
Die Konditorei G. Buchwald wurde 1852 in Cottbus gegründet und ist bis heute in Familienhand. Ihr Baumkuchen nach Hausrezept ist das Aushängeschild, und er reist gut, was ihn zum Mitbringsel macht, das auch nach dem Rückflug noch schmeckt. Wer Zeit hat, isst vorher ein Stück im Café an der Bartningallee, wenige Minuten vom S-Bahnhof Bellevue. Mehr in Wo Berliner wirklich essen.
02 Halb und Halb von Mampe · Kreuzberg
Am Anfang stand ein Magenbitter, den der Sanitätsrat Carl Mampe in den 1830er Jahren gegen die Cholera entwickelte. 1894 kam das Halb und Halb dazu, ein Likör aus Bitterorangen und Kräutern, der in eigenen Mampe-Stuben ausgeschenkt wurde, die erste an der Friedrichstraße. Nach Jahrzehnten Pause wurde die Marke 2012 wiederbelebt, heute wird in einer Manufaktur in Kreuzberg gebrannt. Dort hat Mampe im Juli 2026 ein kleines Museum mit über 300 Objekten eröffnet, darunter Möbel aus den alten Stuben. Der Eintritt ist frei, verkosten darf man auch.
03 Berliner Luft · Kaulsdorf
Der Pfefferminzlikör mit dem Namen, den jeder versteht, kommt von Schilkin aus Alt-Kaulsdorf im Osten der Stadt. Auf Partys ist er seit Jahren ein Dauergast, als Mitbringsel funktioniert er wegen des Namens: Man verschenkt im wörtlichen Sinn ein bisschen Berliner Luft.
04 Porzellan der KPM · Charlottenburg
1763 kaufte Friedrich der Große eine Berliner Porzellanmanufaktur und machte sie zur Königlichen Porzellan-Manufaktur, seitdem trägt jedes Stück das kobaltblaue Zepter. Gefertigt wird bis heute am historischen Standort in der Wegelystraße 1 am Tiergarten. Dort kann man sich in einer Ausstellung mit der denkmalgeschützten Ringkammerofenhalle ansehen, wie Porzellan entsteht, und im Laden einkaufen, montags bis samstags von 10 bis 18 Uhr. Kein Schnäppchen, aber ein Mitbringsel, das Generationen hält. Ausgewählte Stücke gibt es im Werksverkauf.
Aus dem Umland
05 Rindersalami vom Bergsdorfer Wiesenrind ♥ · Brandenburg
Nördlich von Berlin, bei Zehdenick, grasen die Uckermärker Rinder der Agrar GmbH Bergsdorf. Der Hof macht alles selbst, von der Zucht bis zur Wurst, und in die Salami kommt Rind und kein Schwein, als Natur oder mit Knoblauch. Dazu gibt es Wurst und fertige Gerichte im Glas, die man gut im Koffer transportiert. Zu kaufen im Hofladen und online.
Transparenzhinweis: Der Herausgeber kennt den Inhaber persönlich.
06 Aus dem Hofladen der Domäne Dahlem · Dahlem
Ein Bauernhof mitten in der Stadt, der auch noch einen eigenen Laden hat. Im Hofladen der Domäne gibt es die Erzeugnisse des Hofs, Fleisch und Wurst von alten Haustierrassen, Gemüse der Saison und viele Kartoffelsorten. Samstags ist zusätzlich Ökomarkt mit Erzeugern aus Berlin und Brandenburg. Mehr in den 12 Orten.