Wer Berlin geprägt hat · Teil 11
Spanisches Berlin: vom Bürgerkrieg bis zur neuen Generation
Die Geschichte zwischen Spanien und Berlin reicht vom Bürgerkrieg der 1930er-Jahre über die Anwerbung von Arbeitskräften bis zur jungen Generation, die nach 2008 kam. Hier sind die Orte, an denen du sie findest, und zwei Institute für Spanien und Lateinamerika.
1936 bis 1939 Spanischer Bürgerkrieg, an den in Berlin ein Denkmal erinnert
29. März 1960 Anwerbeabkommen zwischen der Bundesrepublik und Spanien
Ab 2008 kamen nach der Wirtschaftskrise viele junge Spanierinnen und Spanier
Zwei Institute für Spanien und Lateinamerika, beide mit großer Bibliothek
Drei Kapitel einer Geschichte
Die erste Verbindung ist eine schwere: Im Spanischen Bürgerkrieg von 1936 bis 1939 kämpften Freiwillige aus vielen Ländern in den Internationalen Brigaden gegen Franco, darunter auch Deutsche, auf der anderen Seite stand die deutsche Legion Condor. Im selben Zeitraum entstand in Berlin, im Diplomatenviertel am Tiergarten, von 1938 bis 1943 das Gebäude der Spanischen Botschaft, das nach der Sanierung 1999 bis 2002 wieder als Botschaft dient.
Am 29. März 1960 schloss die Bundesrepublik ein Anwerbeabkommen mit Spanien, und viele Spanierinnen und Spanier kamen als Arbeitskräfte nach Westdeutschland. Ein neues Kapitel begann nach der Wirtschaftskrise ab 2008: Wie aus Italien kamen auch aus Spanien viele junge Menschen nach Deutschland, und Berlin war für viele von ihnen ein Ziel. Dazu kommt die spanischsprachige Welt Lateinamerikas, die in Berlin mit einem eigenen Institut vertreten ist.
Wo man das heute erlebt
01 Instituto Cervantes · Mitte
vom S-Bahnhof Hackescher Markt zu Fuß etwa 4 Minuten
Route in Google Maps · Offizielle Seite
Das spanische Kulturinstitut an der Rosenstraße 18 bietet Sprachkurse und ein Kulturprogramm mit Filmen im Original, Konzerten, Vorträgen, Ausstellungen und Lesungen spanischsprachiger Autorinnen und Autoren. Die Bibliothek ist nach Mario Vargas Llosa benannt und leiht Bücher, Filme und Zeitungen aus Spanien und Lateinamerika aus. Das aktuelle Programm steht auf der Website.
02 Ibero-Amerikanisches Institut · Tiergarten
vom U-Bahnhof Mendelssohn-Bartholdy-Park oder vom Potsdamer Platz zu Fuß etwa 9 Minuten
Route in Google Maps · Offizielle Seite
Am Kulturforum an der Potsdamer Straße 37 sammelt das Ibero-Amerikanische Institut der Stiftung Preußischer Kulturbesitz Bücher, Zeitschriften, Karten und Nachlässe aus Lateinamerika, Spanien und Portugal. Laut Institut gehört seine Bibliothek zu den größten der Welt für diese Regionen. Dazu kommen Ausstellungen, Vorträge und Konzerte, die Öffnungszeiten stehen auf der Website.
03 Gedenkstätte für die deutschen Interbrigadisten · Friedrichshain
vom U-Bahnhof Strausberger Platz zu Fuß etwa 14 Minuten
Im Volkspark Friedrichshain erinnert seit 1968 eine Gedenkstätte an die deutschen Freiwilligen der Internationalen Brigaden, mit einer überlebensgroßen Bronzefigur von Fritz Cremer, einem Relief von Siegfried Krepp und einer Inschrifttafel. Das Denkmal stammt aus der DDR, die die Spanienkämpfer als Teil ihrer Gründungsgeschichte ehrte. 1991 wurde die Figur bei einem Anschlag beschädigt und 1992 restauriert wieder aufgestellt.
Gut zu wissen
- Essenszeiten: Wer aus Spanien kommt, isst gern spät. In Berlin schließen viele Küchen schon gegen 22 Uhr, am Wochenende lohnt sich eine Reservierung.
- Botschaft nur von außen: Das Gebäude der Spanischen Botschaft an der Lichtensteinallee ist kein Museum, ein Blick von der Straße passt gut zu einem Spaziergang durch den Tiergarten.
- Mehr aus der Serie: Das Italien-Kapitel mit derselben Geschichte der neuen Generation steht in Teil 8, das Denkmal für polnische Soldaten im selben Park in Teil 7.