Jahreszeiten
Berlin im Winter: was Berliner machen, wenn es kalt und grau wird
Der Berliner Winter hat einen schlechten Ruf: grau, nass, früh dunkel. Das stimmt alles, und trotzdem ist es eine gute Zeit für die Stadt. Die Schlangen sind kürzer, die Kneipen voller, und Berlin zeigt sich so, wie es wirklich ist. Hier steht, was im Winter los ist und wohin Berliner gehen, wenn sie raus müssen, aber nicht frieren wollen.
01 Dezember: Weihnachtsmärkte und Silvester
Ab Ende November öffnen die Weihnachtsmärkte, von den großen am Roten Rathaus bis zu den kleinen, die nur an einem Wochenende stattfinden. Welche sich lohnen und wann sie öffnen, steht in Weihnachtsmärkte in Berlin. Auf einigen Märkten gibt es Kunsteisbahnen, etwa auf der Dorfaue in Zehlendorf. Und am Jahresende die große Nacht: Silvester in Berlin, mit der Party am Brandenburger Tor und den Hügeln, von denen man das Feuerwerk der ganzen Stadt sieht.
Der Klassiker
Ausschlafen am Neujahrstag
Die Stadt kommt erst am Nachmittag wieder zu sich.
Kieznah-Tipp
Der stillste Morgen des Jahres
Am 1. Januar am Vormittag einmal um den Schlachtensee oder durch den leeren Kiez. Berlin gehört dir.
02 Januar: die ruhigste Zeit
Nach den Feiertagen wird es still. Für Besucher ist das ein Vorteil: Museen, die im Sommer voll sind, hast du jetzt fast für dich. Unser Rat für graue Tage: die kleinen Häuser statt der Museumsinsel. Das Brücke-Museum am Grunewald, die Dauerausstellung im Jüdischen Museum, die immer kostenlos ist, oder am ersten Sonntag im Monat das KINDL in Neukölln, das dann keinen Eintritt kostet. Mehr dazu in Sonntag in Berlin.
03 Februar: Berlinale
Im Februar wird Berlin zur Filmstadt. Die 77. Berlinale läuft vom 10. bis 21. Februar 2027, und zum ersten Mal gibt es am 20. und 21. Februar eigene Publikumstage. Anders als bei vielen großen Festivals kann hier jeder Tickets kaufen. Wann der Verkauf startet, steht auf der Seite der Berlinale, schnell sein lohnt sich.
04 Warm bleiben: wohin, wenn es draußen ungemütlich ist
- Markthallen: In der Marheineke-Markthalle im Bergmannkiez isst und kauft man unter einem Dach.
- Eine Schüssel Nudeln an der Kantstraße: Chinesische und taiwanesische Küchen reihen sich aneinander, mehr in Wo Berliner wirklich essen.
- Ein historisches Bad: Das Stadtbad Neukölln von 1914, mit Säulen und Kuppel wie eine römische Therme, hat neben den Schwimmhallen eine Sauna. Öffnungszeiten vorher bei den Berliner Bäder-Betrieben prüfen, das Bad schließt immer wieder für Arbeiten.
- Flohmarkt mit Dach: Am Rathaus Schöneberg sind die Stände überdacht, Stöbern geht also auch bei Regen.
05 Ein wichtiger Hinweis zum Eis
Wenn die Seen zufrieren, zieht es viele aufs Eis. Lass es: In Berlin werden Eisflächen auf Seen, Flüssen und Kanälen grundsätzlich nicht freigegeben, und Polizei und Feuerwehr warnen jeden Winter, weil dünnes Eis oft sicher aussieht. Zum Schlittschuhlaufen gibt es Kunsteisbahnen, etwa auf Weihnachtsmärkten. Spazieren am Ufer ist an klaren Frosttagen ohnehin das Schönste.
06 Kleine Wintertipps von Berlinern
- Es wird zwischen Dezember und Januar früh dunkel. Plane Draußen-Dinge für den Vormittag und Mittag, Museen und Essen für den späten Nachmittag.
- Zwischen Weihnachten und Neujahr sind viele Berliner verreist, die Stadt ist ungewohnt leer. Eine gute Zeit für Sehenswürdigkeiten ohne Gedränge.
- Feste Schuhe statt schicker: Kopfsteinpflaster und Schneematsch vertragen sich nicht mit dünnen Sohlen.