Film
Filmorte in Berlin und Potsdam: von Lola rennt bis Babylon Berlin
Berlin und Potsdam spielen in Filmen oft sich selbst, manchmal aber auch Amsterdam oder eine Diktatur der Zukunft. Und gleich nebenan in Potsdam liegt das älteste Großatelier-Filmstudio der Welt. Hier sind die Drehorte, die du ohne Ticket und ohne Studiotour besuchen kannst, jeweils mit dem nächsten Bahnhof.
Deutsche Klassiker Lola rennt, Der Himmel über Berlin, Good Bye, Lenin!, Das Leben der Anderen, Christiane F.
Hollywood Bourne, Die Tribute von Panem, Atomic Blonde, Inglourious Basterds, Operation Walküre
Serien Babylon Berlin, Das Damengambit, Homeland
Potsdam Glienicker Brücke, Sanssouci, Holländisches Viertel, Studio Babelsberg
Deutsche Filmklassiker
01 Lola rennt: die Oberbaumbrücke
In Tom Tykwers Film von 1998 sprintet Franka Potente mit knallroten Haaren durch Berlin, unter anderem über die Oberbaumbrücke mit ihren Backsteintürmen zwischen Kreuzberg und Friedrichshain. Am schönsten ist die Brücke früh am Morgen, wenn die U1 über dir rattert. Bahnhöfe: Schlesisches Tor oder Warschauer Straße.
02 Der Himmel über Berlin: Siegessäule und Staatsbibliothek
In Wim Wenders' Film von 1987 sitzen Engel auf der goldenen Viktoria der Siegessäule und lauschen in der Staatsbibliothek an der Potsdamer Straße den Gedanken der Lesenden. Auf die Siegessäule kannst du selbst hinaufsteigen, die Staatsbibliothek von Hans Scharoun ist schon von außen ein Erlebnis. Bahnhöfe: Bellevue für die Siegessäule, Potsdamer Platz für die Bibliothek.
03 Good Bye, Lenin!: die Berolinastraße
Die Plattenbauwohnung, in der Alex seiner Mutter die DDR weiterspielt, liegt in der Berolinastraße gleich neben der Karl-Marx-Allee. Ein Spaziergang über die Allee mit ihren Zuckerbäckerbauten gehört dazu. Bahnhof: Schillingstraße.
04 Das Leben der Anderen: die Stasi-Zentrale
Für den Oscar-Film von 2006 wurde in der früheren Stasi-Zentrale an der Normannenstraße gedreht, im heutigen Stasimuseum kannst du durch die echten Büros gehen. Das Wohnhaus der Filmfiguren Dreymann und Sieland steht in der Wedekindstraße in Friedrichshain, dort wohnen heute Menschen, also bitte nur von außen schauen. Bahnhof für das Museum: Magdalenenstraße, mehr in Ringbahn Teil 5.
05 Christiane F.: Bahnhof Zoo und Gropiusstadt
Der Film von 1981 nach dem Bestseller „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ wurde am Bahnhof Zoologischer Garten und in der Gropiusstadt gedreht, der Großsiedlung in Neukölln, die nach dem Architekten Walter Gropius benannt ist. Beides sieht heute anders aus als damals, die Hochhäuser der Gropiusstadt stehen noch. Bahnhöfe: Zoologischer Garten, für die Gropiusstadt die U7 bis Lipschitzallee.
Der Klassiker
Das Selfie am Checkpoint Charlie
Ein nachgebautes Wachhäuschen, das aus unzähligen Filmen bekannt vorkommt, und viel Gedränge.
Kieznah-Tipp
Wie Lola über die Oberbaumbrücke
Früh morgens von Kreuzberg nach Friedrichshain laufen, die Sonne über der Spree, die U-Bahn über dem Kopf. Danach Frühstück am Boxi.
Hollywood in Berlin
06 Die Bourne Verschwörung: Weltzeituhr und Messedamm
Matt Damon als Jason Bourne trifft an der Weltzeituhr auf dem Alexanderplatz auf Nicky Parsons und taucht danach in einer Menschenmenge unter. Weitere Szenen entstanden am Ostbahnhof, an der Karl-Marx-Allee und rund um das ICC. Bahnhöfe: Alexanderplatz, Ostbahnhof, Messe Nord/ICC.
07 Die Fußgängerunterführung am Messedamm
Ein unscheinbarer, gekachelter Fußgängertunnel unter dem Messedamm ist einer der meistgefilmten Orte der Stadt: Er taucht in Bourne, in den Tribute von Panem und in Atomic Blonde mit Charlize Theron auf. Ein schräger, aber lohnender Abstecher, wenn du sowieso zum Funkturm fährst. Bahnhof: Messe Nord/ICC.
08 Flughafen Tempelhof: Panem und Walküre
Das riesige Flughafengebäude spielte in Die Tribute von Panem den Distrikt 2 und war Kulisse für Operation Walküre mit Tom Cruise. Für Walküre wurde außerdem im Bendlerblock gedreht, wo das Attentat auf Hitler 1944 geplant wurde, heute die Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Bahnhöfe: Platz der Luftbrücke für Tempelhof, Potsdamer Platz für den Bendlerblock. Mehr zum Flughafen in Die Geschichte des BER.
09 Inglourious Basterds: Café, Ballhaus und Festung
Quentin Tarantino drehte große Teile seines Films bei Studio Babelsberg, dazu in Berlin unter anderem im Café Einstein in der Kurfürstenstraße und in Clärchens Ballhaus in Mitte. Szenen entstanden 2008 auch im Fort Hahneberg in Spandau, das du nur mit Führung betreten kannst, mehr in den 12 weiteren Orten abseits.
Serien
10 Babylon Berlin: Delphi, Rotes Rathaus und Körnerpark
Den Nachtclub Moka Efti gibt es nur in der Serie. Gedreht wurde er im Saal des früheren Stummfilmkinos Delphi in Weißensee, gebaut 1929, heute als Theater im Delphi bei Veranstaltungen zu sehen. Das Rote Rathaus spielt von außen das Polizeipräsidium, die „Rote Burg“, innen wurde im Rathaus Schöneberg gedreht. Auch der Körnerpark in Neukölln ist zu sehen. Viele Straßenszenen entstanden auf dem Gelände von Studio Babelsberg.
11 Das Damengambit: Karl-Marx-Allee
In der Netflix-Serie schlendert Anya Taylor-Joy die Karl-Marx-Allee entlang, die in der Geschichte für eine andere Stadt steht. Die breite Allee mit ihren Prachtbauten der Fünfzigerjahre ist auch ohne Serie einen Spaziergang wert. Bahnhöfe: Strausberger Platz, Weberwiese oder Frankfurter Tor.
Potsdam und Babelsberg
Potsdam liegt in Tarifzone C, du brauchst ein Ticket für Berlin ABC oder das Deutschlandticket.
12 Bridge of Spies: die Glienicker Brücke
Steven Spielberg drehte seinen Thriller mit Tom Hanks am Originalschauplatz, auf der Brücke, auf der Ost und West 1962 tatsächlich Agenten austauschten. Die Brücke ist bis heute in zwei unterschiedlichen Grüntönen gestrichen, so siehst du noch, wo früher die Grenze verlief. Am schönsten kommst du durch den Park Babelsberg am Ufer entlang, mehr in unserem Babelsberg-Artikel.
13 Sanssouci: Jackie Chan und Charlize Theron
Am Orangerieschloss im Park Sanssouci wurde für „In 80 Tagen um die Welt“ mit Jackie Chan gedreht. Für den Science-Fiction-Film „Aeon Flux“ schritt Charlize Theron durch ein schmiedeeisernes Tor an der Geschwister-Scholl-Straße am Rand des Parks.
14 Homeland: das Holländische Viertel als Amsterdam
Die roten Backsteinhäuser des Holländischen Viertels standen in der Serie Homeland für Amsterdam. Gebaut wurde das Viertel im 18. Jahrhundert für holländische Handwerker, heute sind hier Cafés und kleine Läden. Von Potsdam Hauptbahnhof fährt die Tram in wenigen Minuten hin.
15 Studio Babelsberg und Filmpark
Seit 1912 entstehen in Babelsberg Filme, hier wurden Klassiker wie „Metropolis“ und „Der blaue Engel“ gedreht, später „Der Pianist“ und „Inglourious Basterds“. Das Studio selbst bietet keine öffentlichen Führungen an, nebenan zeigt der Filmpark Babelsberg Kulissen, Shows und Technik, saisonal geöffnet. Bahnhof: Medienstadt Babelsberg, mehr in unserem Babelsberg-Artikel.