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Kieznah.

Ringbahn-Serie · Teil 3

Ringbahn, Teil 3: von Südkreuz bis Halensee

Im Südwesten ist die Ringbahn leiser. Hier wurde Marlene Dietrich geboren und begraben, hier sprach Kennedy seinen berühmtesten Satz, und hier wohnten Günter Grass und Uwe Johnson Tür an Tür. Sieben Stationen, viele Geschichten, kurze Wege.

Kieznah · Ringbahn-Serie · Lesezeit ca. 7 Minuten · Stand: Oktober 2026

Abschnitt Südkreuz bis Halensee, 7 Stationen

Richtung Im Uhrzeigersinn mit der S41

Gut für Berliner Geschichte, Friedhöfe, Kiezplätze

Gehzeiten Gemessen auf Fußwegen von OpenStreetMap

01 Südkreuz · Zum Umsteigen

Fernbahnhof und Kreuzung mit der Nord-Süd-S-Bahn. Für zwei Ziele lohnt sich trotzdem der Blick nach draußen.

vom Bahnhof zu Fuß etwa 17 Minuten

Gasometer Schöneberg

Das Stahlgerüst des Gasometers von 1913 ragt rund 78 Meter über den EUREF-Campus, 1995 wurde er stillgelegt. Heute entsteht in seinem Inneren ein Bürohaus, das Gerüst bleibt als Denkmal stehen. Von außen ein schönes Stück Industriegeschichte.

Natur-Park Südgelände

Mit der S2 oder S25 eine Station bis Priesterweg, dort liegt der Eingang zum alten Rangierbahnhof, auf dem die Natur Jahrzehnte Zeit hatte. Mehr in den 12 weiteren Orten abseits.

02 Schöneberg · Aussteigen lohnt

Die Rote Insel liegt zwischen den Gleisen direkt am Bahnhof.

vom Bahnhof zu Fuß etwa 8 Minuten

Cheruskerpark und Rote Insel

Die Rote Insel heißt so, weil Bahntrassen sie umschließen wie Wasser und die Arbeiterbewegung hier stark war. Der kleine Cheruskerpark ist ihr grünes Herz. Mehr im Kiez-Atlas.

vom Bahnhof zu Fuß etwa 11 Minuten

Marlene Dietrichs Geburtshaus

In der Leberstraße 65, damals Sedanstraße, wurde Marlene Dietrich am 27. Dezember 1901 geboren. Eine Gedenktafel aus Bronze erinnert an sie.

vom Bahnhof zu Fuß etwa 18 Minuten

Akazienstraße

Auf der anderen Seite der Gleise beginnt die Akazienstraße mit Cafés, Kneipen und kleinen Läden, eine der schönsten Einkaufsstraßen in Schöneberg.

Der Klassiker

Checkpoint Charlie

Ein Nachbau mit Fotokulisse und Gedränge.

Kieznah-Tipp

Rathaus Schöneberg um zwölf

Auf dem Platz stehen, wo Kennedy 1963 sprach, und um 12 Uhr die Freiheitsglocke hören. Kalter Krieg ohne Kulisse.

03 Innsbrucker Platz · Aussteigen lohnt

Unten fährt die U4, oben liegen zwei Ziele in zehn Minuten Fußweg.

vom Bahnhof zu Fuß etwa 8 Minuten

Rudolph-Wilde-Park

Ein langer, grüner Park in einer Senke, ideal für den Weg zum Rathaus.

vom Bahnhof zu Fuß etwa 10 Minuten

Rathaus Schöneberg

Jahrzehntelang regierte von hier aus der West-Berliner Senat, und am 26. Juni 1963 sagte John F. Kennedy auf dem Platz davor „Ich bin ein Berliner“. Im Turm hängt die Freiheitsglocke, ein Geschenk aus den USA von 1950, die täglich um 12 Uhr läutet. Wer es eilig hat, fährt eine Station mit der U4.

04 Bundesplatz · Aussteigen lohnt

Das Tor nach Friedenau, dem ruhigen Schriftstellerviertel.

vom Bahnhof zu Fuß etwa 8 Minuten

Friedhof Stubenrauchstraße

Auf diesem kleinen Friedhof liegen Marlene Dietrich, der Fotograf Helmut Newton und der Komponist Ferruccio Busoni. Auf Dietrichs Grabstein steht „Hier steh ich an den Marken meiner Tage“. Am Eingang hilft ein Plan bei der Suche.

Friedenau und die Schriftsteller

In der Niedstraße wohnte Uwe Johnson ab 1959 in Nummer 14, Günter Grass kaufte 1963 das Haus Nummer 13 nebenan, und Max Frisch zog 1972 in die Sarrazinstraße. Ein Spaziergang durch die Altbaustraßen zeigt, warum sie sich hier wohlfühlten.

vom Bahnhof zu Fuß etwa 14 Minuten

Volkspark Wilmersdorf

Ein langes grünes Band, das sich vom Bundesplatz nach Westen zieht, mit Wiesen und Spielplätzen.

05 Heidelberger Platz · Aussteigen lohnt

Schon der Bahnhof ist eine Sehenswürdigkeit.

U-Bahnhof Heidelberger Platz

Der U-Bahnhof unter der Ringbahn wurde am 12. Oktober 1913 eröffnet, mit hohem Kreuzgewölbe auf Granitsäulen. Er gilt als einer der prächtigsten der Stadt. Einmal die Treppe hinunter, bevor du weitergehst.

vom Bahnhof zu Fuß etwa 12 Minuten

Rüdesheimer Platz

Im Rheingauviertel schenken im Sommer Winzer aus dem Rheingau am Weinbrunnen aus, die Nachbarn nennen den Platz „Rüdi“. Mehr in unserem Kiez-Spaziergang.

06 Hohenzollerndamm · Zum Durchfahren

Ruhige Wohngegend in Wilmersdorf. Für Besucher gibt es hier wenig zu entdecken, bleib einfach sitzen.

07 Halensee · Aussteigen lohnt

Hier endet der Kurfürstendamm, und der Grunewald beginnt.

vom Bahnhof zu Fuß etwa 4 Minuten

Halensee

Der kleine See am Anfang der Grunewaldseen liegt nur ein paar Schritte vom Bahnhof, und trotzdem kennen ihn viele Besucher nicht.

vom Bahnhof zu Fuß etwa 6 Minuten

Beton-Cadillacs am Rathenauplatz

Zur 750-Jahr-Feier 1987 ließ der Künstler Wolf Vostell zwei echte Cadillacs in Beton gießen und auf die Verkehrsinsel stellen, als Kommentar zur Autokultur. Damals gab es heftigen Protest, heute sind sie ein Wahrzeichen am westlichen Ende des Ku'damms.

Kurfürstendamm vom anderen Ende

Von hier aus Richtung Osten zu bummeln heißt, den Ku'damm zu sehen, wie ihn Anwohner kennen: ruhiger, mit Altbauten und Seitenstraßen.

Keine bezahlten Erwähnungen. Quellen: Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg zur Freiheitsglocke, visitBerlin, berlin.de zum Gasometer, Gedenktafeln in Berlin zu Marlene Dietrich, berlin.de zu Friedenau und den Friedhöfen, Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf zum U-Bahnhof Heidelberger Platz, museum-digital und taz zu den Beton-Cadillacs, unser Kiez-Atlas. Gehzeiten berechnet mit OpenStreetMap-Daten (routing.openstreetmap.de). Zeiten können sich ändern, bitte vor dem Besuch prüfen. Stand: Oktober 2026.