Ringbahn-Serie · Teil 3
Ringbahn, Teil 3: von Südkreuz bis Halensee
Im Südwesten ist die Ringbahn leiser. Hier wurde Marlene Dietrich geboren und begraben, hier sprach Kennedy seinen berühmtesten Satz, und hier wohnten Günter Grass und Uwe Johnson Tür an Tür. Sieben Stationen, viele Geschichten, kurze Wege.
Abschnitt Südkreuz bis Halensee, 7 Stationen
Richtung Im Uhrzeigersinn mit der S41
Gut für Berliner Geschichte, Friedhöfe, Kiezplätze
Gehzeiten Gemessen auf Fußwegen von OpenStreetMap
Die Ringbahn-Serie
- Teil 1: alle 27 Stationen
- Teil 2: Ostkreuz bis Tempelhof
- Teil 3: Südkreuz bis Halensee
- Teil 4: Westkreuz bis Wedding
- Teil 5: Gesundbrunnen bis Frankfurter Allee
01 Südkreuz · Zum Umsteigen
Fernbahnhof und Kreuzung mit der Nord-Süd-S-Bahn. Für zwei Ziele lohnt sich trotzdem der Blick nach draußen.
vom Bahnhof zu Fuß etwa 17 Minuten
Gasometer Schöneberg
Das Stahlgerüst des Gasometers von 1913 ragt rund 78 Meter über den EUREF-Campus, 1995 wurde er stillgelegt. Heute entsteht in seinem Inneren ein Bürohaus, das Gerüst bleibt als Denkmal stehen. Von außen ein schönes Stück Industriegeschichte.
Natur-Park Südgelände
Mit der S2 oder S25 eine Station bis Priesterweg, dort liegt der Eingang zum alten Rangierbahnhof, auf dem die Natur Jahrzehnte Zeit hatte. Mehr in den 12 weiteren Orten abseits.
02 Schöneberg · Aussteigen lohnt
Die Rote Insel liegt zwischen den Gleisen direkt am Bahnhof.
vom Bahnhof zu Fuß etwa 8 Minuten
Cheruskerpark und Rote Insel
Die Rote Insel heißt so, weil Bahntrassen sie umschließen wie Wasser und die Arbeiterbewegung hier stark war. Der kleine Cheruskerpark ist ihr grünes Herz. Mehr im Kiez-Atlas.
vom Bahnhof zu Fuß etwa 11 Minuten
Marlene Dietrichs Geburtshaus
In der Leberstraße 65, damals Sedanstraße, wurde Marlene Dietrich am 27. Dezember 1901 geboren. Eine Gedenktafel aus Bronze erinnert an sie.
vom Bahnhof zu Fuß etwa 18 Minuten
Akazienstraße
Auf der anderen Seite der Gleise beginnt die Akazienstraße mit Cafés, Kneipen und kleinen Läden, eine der schönsten Einkaufsstraßen in Schöneberg.
Der Klassiker
Checkpoint Charlie
Ein Nachbau mit Fotokulisse und Gedränge.
Kieznah-Tipp
Rathaus Schöneberg um zwölf
Auf dem Platz stehen, wo Kennedy 1963 sprach, und um 12 Uhr die Freiheitsglocke hören. Kalter Krieg ohne Kulisse.
03 Innsbrucker Platz · Aussteigen lohnt
Unten fährt die U4, oben liegen zwei Ziele in zehn Minuten Fußweg.
vom Bahnhof zu Fuß etwa 8 Minuten
Rudolph-Wilde-Park
Ein langer, grüner Park in einer Senke, ideal für den Weg zum Rathaus.
vom Bahnhof zu Fuß etwa 10 Minuten
Rathaus Schöneberg
Jahrzehntelang regierte von hier aus der West-Berliner Senat, und am 26. Juni 1963 sagte John F. Kennedy auf dem Platz davor „Ich bin ein Berliner“. Im Turm hängt die Freiheitsglocke, ein Geschenk aus den USA von 1950, die täglich um 12 Uhr läutet. Wer es eilig hat, fährt eine Station mit der U4.
04 Bundesplatz · Aussteigen lohnt
Das Tor nach Friedenau, dem ruhigen Schriftstellerviertel.
vom Bahnhof zu Fuß etwa 8 Minuten
Friedhof Stubenrauchstraße
Auf diesem kleinen Friedhof liegen Marlene Dietrich, der Fotograf Helmut Newton und der Komponist Ferruccio Busoni. Auf Dietrichs Grabstein steht „Hier steh ich an den Marken meiner Tage“. Am Eingang hilft ein Plan bei der Suche.
Friedenau und die Schriftsteller
In der Niedstraße wohnte Uwe Johnson ab 1959 in Nummer 14, Günter Grass kaufte 1963 das Haus Nummer 13 nebenan, und Max Frisch zog 1972 in die Sarrazinstraße. Ein Spaziergang durch die Altbaustraßen zeigt, warum sie sich hier wohlfühlten.
vom Bahnhof zu Fuß etwa 14 Minuten
Volkspark Wilmersdorf
Ein langes grünes Band, das sich vom Bundesplatz nach Westen zieht, mit Wiesen und Spielplätzen.
05 Heidelberger Platz · Aussteigen lohnt
Schon der Bahnhof ist eine Sehenswürdigkeit.
U-Bahnhof Heidelberger Platz
Der U-Bahnhof unter der Ringbahn wurde am 12. Oktober 1913 eröffnet, mit hohem Kreuzgewölbe auf Granitsäulen. Er gilt als einer der prächtigsten der Stadt. Einmal die Treppe hinunter, bevor du weitergehst.
vom Bahnhof zu Fuß etwa 12 Minuten
Rüdesheimer Platz
Im Rheingauviertel schenken im Sommer Winzer aus dem Rheingau am Weinbrunnen aus, die Nachbarn nennen den Platz „Rüdi“. Mehr in unserem Kiez-Spaziergang.
06 Hohenzollerndamm · Zum Durchfahren
Ruhige Wohngegend in Wilmersdorf. Für Besucher gibt es hier wenig zu entdecken, bleib einfach sitzen.
07 Halensee · Aussteigen lohnt
Hier endet der Kurfürstendamm, und der Grunewald beginnt.
vom Bahnhof zu Fuß etwa 4 Minuten
Halensee
Der kleine See am Anfang der Grunewaldseen liegt nur ein paar Schritte vom Bahnhof, und trotzdem kennen ihn viele Besucher nicht.
vom Bahnhof zu Fuß etwa 6 Minuten
Beton-Cadillacs am Rathenauplatz
Zur 750-Jahr-Feier 1987 ließ der Künstler Wolf Vostell zwei echte Cadillacs in Beton gießen und auf die Verkehrsinsel stellen, als Kommentar zur Autokultur. Damals gab es heftigen Protest, heute sind sie ein Wahrzeichen am westlichen Ende des Ku'damms.
Kurfürstendamm vom anderen Ende
Von hier aus Richtung Osten zu bummeln heißt, den Ku'damm zu sehen, wie ihn Anwohner kennen: ruhiger, mit Altbauten und Seitenstraßen.