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Kieznah.

Ringbahn-Serie · Teil 2

Ringbahn, Teil 2: von Ostkreuz bis Tempelhof

Im Osten und Süden zeigt die Ringbahn ihre beste Seite: Wasser an der Rummelsburger Bucht, die Spree am Treptower Park, ein Dorf aus dem 18. Jahrhundert in Neukölln und das größte Freigelände der Stadt. Wir steigen an sechs Stationen aus und sagen dir, wie weit es jeweils zu Fuß ist.

Kieznah · Ringbahn-Serie · Lesezeit ca. 7 Minuten · Stand: Oktober 2026

Abschnitt Ostkreuz bis Tempelhof, 6 Stationen

Richtung Im Uhrzeigersinn mit der S41

Gut für Wasser, Parks und Kiezgeschichte

Gehzeiten Gemessen auf Fußwegen von OpenStreetMap

22 Ostkreuz · Aussteigen lohnt

Einer der größten Umsteigebahnhöfe der Stadt und ein guter Start, weil rundherum drei sehr unterschiedliche Ecken liegen.

vom Bahnhof zu Fuß etwa 10 Minuten

Rummelsburger Bucht

Ein Uferweg führt rund um die Bucht des Rummelsburger Sees, mit Booten, Schilf und neuen Wohnhäusern. Das Paul-und-Paula-Ufer trägt den Namen des DEFA-Klassikers von 1973. Wer weitergeht, kommt eine S-Bahn-Station weiter zum Gedenkort Rummelsburg: Auf dem Gelände des früheren Arbeitshauses von 1879, später Gefängnis in der NS-Zeit und in der DDR, erzählen seit 2015 Stelen unter freiem Himmel die Geschichten der Menschen, die hier eingesperrt waren.

vom Bahnhof zu Fuß etwa 13 Minuten

Victoriastadt

Zwischen den Bahngleisen eingeklemmt liegt ein kleiner Kiez mit Kopfsteinpflaster und Altbauten, die zwischen den 1870er Jahren und dem Ersten Weltkrieg entstanden. In der Pfarrstraße stehen die meisten denkmalgeschützten Häuser. Mehr im Kiez-Atlas.

vom Bahnhof zu Fuß etwa 18 Minuten

Boxhagener Platz

Der „Boxi“ hat samstags einen Wochenmarkt und sonntags einen Flohmarkt, rundherum Cafés. Mehr dazu in den 12 Orten abseits.

23 Treptower Park · Aussteigen lohnt

Vielleicht die schönste Station am Ring. Zwischen Spree und Park liegen hier vier Ziele, für die du gut einen halben Tag einplanen kannst.

vom Bahnhof zu Fuß etwa 6 Minuten

Molecule Man

Mitten in der Spree stehen drei 30 Meter hohe Aluminiumfiguren, die sich aneinander festhalten. Der US-Künstler Jonathan Borofsky stellte sie 1999 dort auf, wo Friedrichshain, Kreuzberg und Treptow aufeinandertreffen, also genau an der alten Grenze zwischen Ost und West. Am besten siehst du sie vom Ufer hinter dem Bahnhof.

vom Bahnhof zu Fuß etwa 16 Minuten

Sowjetisches Ehrenmal

Eine der größten Gedenkstätten der Stadt, gebaut zwischen 1946 und 1949 und am 8. Mai 1949 eingeweiht. Unter den Rasenflächen liegen rund 4.800 gefallene Soldaten der Roten Armee. Am Ende der langen Achse steht die riesige Figur eines Soldaten mit einem Kind auf dem Arm. Ein stiller, beeindruckender Ort, der Eintritt ist frei.

vom Bahnhof zu Fuß etwa 22 Minuten

Archenhold-Sternwarte

Die älteste Volkssternwarte Deutschlands besitzt mit der „Himmelskanone“ ein Fernrohr, das als längstes bewegliches Linsenfernrohr der Welt gilt. Bei Führungen erfährst du, wie es funktioniert, und im Einstein-Saal geht es um Albert Einstein. Termine stehen auf der Seite der Stiftung Planetarium Berlin.

vom Bahnhof zu Fuß etwa 25 Minuten

Insel der Jugend

Eine kleine Insel in der Spree, über eine alte Brücke zu erreichen, mit Blick auf das Wasser. Vom Hafen Treptow legen außerdem die Ausflugsschiffe ab, und ein Stück weiter öffnet 2027 der Spreepark wieder.

Der Klassiker

Die East Side Gallery

Das bekannteste Stück Mauer, oft mit langen Schlangen vor den Bildern.

Kieznah-Tipp

Der Molecule Man am Abend

Vom Ufer hinter dem Bahnhof Treptower Park, wenn die Sonne über der Spree untergeht. Drei Figuren mitten in der alten Grenze, und meistens hast du sie fast für dich.

24 Sonnenallee · Aussteigen lohnt

Hier zählt die Straße selbst.

Die Sonnenallee

Rund um den Bahnhof reihen sich arabische Bäckereien, Imbisse und Gemüseläden aneinander. Komm hungrig. Bekannt wurde der Name durch den Film „Sonnenallee“ von Leander Haußmann aus dem Jahr 1999, nach einer Vorlage von Thomas Brussig. Er spielt am kürzeren, östlichen Ende der Straße, wo bis 1989 ein Grenzübergang lag. Das liegt allerdings ein ganzes Stück weiter südöstlich in Treptow.

25 Neukölln · Aussteigen lohnt

Zwei der schönsten Orte Neuköllns liegen keine zehn Minuten vom Bahnhof entfernt.

vom Bahnhof zu Fuß etwa 8 Minuten

Körnerpark

Ein Park wie ein kleines Schloss, angelegt zwischen 1912 und 1916 in einer ehemaligen Kiesgrube und deshalb fünf bis sieben Meter tiefer als die Straße. In der Orangerie zeigt eine Galerie zeitgenössische Kunst bei freiem Eintritt, daneben ein Café.

vom Bahnhof zu Fuß etwa 9 Minuten

Böhmisch-Rixdorf

Ab 1737 siedelten sich hier böhmische Glaubensflüchtlinge an. Rund um den Richardplatz stehen bis heute die alte Schmiede, Bauernhäuser und Kopfsteinpflaster, und am Richardplatz 35 liegt der Comenius-Garten, benannt nach dem Gelehrten Johann Amos Comenius. Eine Verwandte gibt es übrigens in Potsdam: das Weberviertel in Babelsberg. Mehr im Kiez-Atlas.

Klunkerkranich

Die Dachbar auf dem Parkdeck der Neukölln Arcaden erreichst du zu Fuß in gut 20 Minuten oder mit der U7 zwei Stationen bis Rathaus Neukölln. Mehr in den 12 Orten abseits.

26 Hermannstraße · Aussteigen lohnt

Der kürzeste Weg aus dem Ring auf das Tempelhofer Feld.

vom Bahnhof zu Fuß etwa 13 Minuten

Tempelhofer Feld

Seit Mai 2010 ist das alte Flugfeld ein Park, und 2014 stimmten die Berliner in einem Volksentscheid dagegen, es am Rand zu bebauen. Rund 300 Hektar Wiese und Rollbahn, auf denen Menschen skaten, grillen, Drachen steigen lassen oder einfach in den Himmel schauen. Geöffnet ist von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, der Eintritt ist frei. Der nächste Eingang liegt an der Oderstraße.

vom Bahnhof zu Fuß etwa 19 Minuten

Schillerkiez

Rund um den Herrfurthplatz mit seiner Kirche liegen Cafés und kleine Läden, ruhiger als im benachbarten Reuterkiez. Mehr im Kiez-Atlas.

27 Tempelhof · Aussteigen lohnt

Hier beginnt die Geschichte des Flughafens, und ein Dorf der Tempelritter ist auch noch da.

vom Bahnhof zu Fuß etwa 15 Minuten

Alte Dorfkirche im Alten Park

Die Templer gründeten hier im 13. Jahrhundert eine Niederlassung, die Feldsteinkirche am Rand des Alten Parks stammt aus dieser Zeit. Im Krieg wurde sie fast völlig zerstört und 1954 bis 1956 wieder aufgebaut. Ein kleiner Teich und alte Bäume machen den Park zu einem stillen Ort mitten in Tempelhof.

vom Bahnhof zu Fuß etwa 21 Minuten

Luftbrückendenkmal

Die Berliner nennen es „Hungerharke“: Das 1951 enthüllte Denkmal von Eduard Ludwig erinnert an die Luftbrücke 1948/49, seine drei Streben stehen für die drei Luftkorridore nach West-Berlin. Am Sockel stehen die Namen der Menschen, die dabei ums Leben kamen. Mit der U6 sind es zwei Stationen bis Platz der Luftbrücke.

vom Bahnhof zu Fuß etwa 24 Minuten

THF Tower im Flughafengebäude

Der Flughafen Tempelhof wurde 2008 geschlossen, sein riesiges Gebäude aus den 1930er Jahren steht noch. Im THF Tower gibt es eine Ausstellung und eine Dachterrasse mit Blick über das Feld, außerdem Führungen durch das Gebäude. Zeiten und Tickets auf thf-berlin.de.

Keine bezahlten Erwähnungen. Quellen: Landesdenkmalamt Berlin zum Sowjetischen Ehrenmal, berlin.de zum Molecule Man, Stiftung Planetarium Berlin zur Archenhold-Sternwarte, Bezirksamt Neukölln zum Körnerpark und zu Rixdorf, Bezirksamt Lichtenberg zum Gedenkort Rummelsburg und zur Victoriastadt, Tempelhof Projekt und Bezirksamt zum Tempelhofer Feld, berlin.de zum Luftbrückendenkmal, Kirchengemeinde Alt-Tempelhof. Gehzeiten berechnet mit OpenStreetMap-Daten (routing.openstreetmap.de). Zeiten können sich ändern, bitte vor dem Besuch prüfen. Stand: Oktober 2026.